MALMÖ WESTLICHER HAFEN
GEMEINDE MALMÖ
Schweden
Der Westhafen (Västra Hamnen) ist Malmös Vorzeige-Ökoviertel am Wasser, das rund 180 Hektar ehemaliges Werft- und Industriegelände in ein dichtes, gemischt genutztes, kohlenstoffarmes Stadtviertel am Öresund umwandelt. Das 2001 mit der Wohnungsbauausstellung Bo01 „City of Tomorrow“ initiierte Gebiet soll in einer schrittweise ausgebauten „Stadt in der Stadt“ etwa 10.000-12.000 Einwohner und rund 20.000 Arbeitsplätze beherbergen. Der nordwestlich des Zentrums von Malmö auf dem Gelände der alten Kockums-Werft gelegene Westhafen wurde nach dem starken industriellen Niedergang Ende des 20. Jahrhunderts als nationales Testgebiet für nachhaltige Stadtentwicklung ausgewählt. Die Bo01-Ausstellung setzte ehrgeizige Maßstäbe für Energie, Grünflächen und Mobilität, an denen sich alle nachfolgenden Phasen orientieren.
Der Westhafen umfasst nun Bo01, Dockan, Varvsstaden und Masthusen und vereint Wohnungen, Büros, die Universität Malmö, Schulen, Geschäfte und ausgedehnte öffentliche Flächen am Wasser. Bo01, ein etwa 22 Hektar großes Gebiet mit rund 1.400 Wohnungen, Kanälen und einer Strandpromenade, ist ein Vorreiter für 100 % lokale erneuerbare Energien und eine grün-blaue Infrastruktur, während Masthusen das erste nordische Viertel ist, das nach BREEAM Communities zertifiziert wurde.
Einhaltung der Kriterien für künftige Städte
Umwelt & Natur
Der Westhafen nutzt kontaminierte Industriebrachen, wobei die Bodensanierung und die Wiederverwendung die Umweltauswirkungen reduzieren. Die kompakte, gemischte Stadtform, die begrenzte Anzahl an Parkplätzen, die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die attraktiven Fuß- und Radwege unterstützen die Klimaziele, während Parks, Innenhöfe, begrünte Dächer und Kanäle eine durchgehende grün-blaue Struktur bilden, die die biologische Vielfalt und die Klimaresilienz fördert.
Intelligente Stadt
Das Viertel fungiert als lebendes Labor für grüne und intelligente Systeme. Der Ökokreislauf von Bo01 integriert Fernwärme, Wärmespeicherung in Aquiferen, Solarenergie auf den Dächern und lokale Windenergie in ein Niedrigenergienetz. Unterirdische oder vakuumgesteuerte Abfallsysteme, Biogas aus Lebensmittelabfällen und digital überwachte Energie- und Wasserleistung veranschaulichen den Einsatz von Technologie zur Unterstützung des täglichen kohlenstoffarmen Lebens und nicht als Selbstzweck.
Menschenzentriert
Das Gebiet ist als Fußgängerzone geplant, mit unterschiedlichen Gebäudehöhen, geschützten Innenhöfen, Schulen, Seniorenwohnungen, lokalen Dienstleistungen und einer durchgehenden Uferpromenade, die alltägliche Annehmlichkeiten in Gehweite bietet. Parks, Badestellen und der Blick auf den Öresund und den Turning Torso machen den Westhafen zu einem beliebten Freizeitziel und zeigen, wie aus einem ehemaligen Industriehafen ein lebendiges, integratives Stadtviertel werden kann.
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